In Gedenken an Piggy
Gedanken zum letzten Herzenswunsch eines jeden Tieres


Diese Seite ist an alle gerichtet, dessen Meerschweinchen schwer krank ist und dessen Besitzer momentan über Leben und Tod des Tieres entscheiden muss. Es geht um mein verstorbenes Meerschweinchen Piggy, die vor ein paar Monaten die Diagnose bekam, einen Tumor bzw. ein wachsendes Geschwür im Bauch zu haben. Für mich selbst war es ein großer Schock. Vor allem stand ich vor der Entscheidung, sie operieren zu lassen, um das Ganze zu entfernen und damit auch die Risiken einer OP einzugehen, oder sie noch friedlich Leben lassen, ihr noch eine wunderschöne Zeit zu bieten, um ihr weiteres zu ersparen. Zumal ist bzw. war mir ihr Alter leider nicht bekannt. Ich habe mich für letzteres entschieden. Mit der Zeit wuchs der Tumor schleichend. Es gab Tiefs und Hochs, Tage an denen es ihr super ging und Tage, an denen sie nicht besonders fit war. Besonders an diesen Tagen wusste ich, dass sie eine Operation ganz und gar nicht überstehen würde. Es sei gesagt, dass sie von Zeit zu Zeit abnahm. Mit Extrarationen Haferflocken und anderen kalorienreichen Leckerein verwöhnte ich sie, um ihr Gewicht konstant zu halten. Das funktionierte teilweise auch. Zum Schluss jedoch folgte eine Zeit, an denen jegliche Versuche, ihr Gewicht zu halten, scheiterten. Knapp 500-600 Gramm brachte sie schließlich nur noch auf die Waage. Die letzten Tage ihres Lebensweges habe ich sie nicht mehr auf die Waage gesetzt, da ich wusste, dass es dem Ende zu geht und mir ihr Gewicht ihren Zustand nur bestätigen würde. Ich muss dabei sagen, es ging ihr bis auf die letzten zwei Tage ihres Lebens gut. Einen Tag vor ihren Verlust entdeckte ich sie eingekrümmt im Häuschen, mit elendigen Schmerzen. Ich konnte sie gerade noch aus dem Käfig nehmen, so schmerzvoll fiepste sie.

Zu dieser Zeit hätte ich mir gewünscht, sie selbst erlösen zu können. Ich wusste, es ging dem Ende zu und ich müsste ihr den letzten Wunsch in ihrem Leben erfüllen. Es war schon spät Abends und keine Möglichkeit, sie zum Tierarzt zu bringen. Also blieb mir nichts anderes übrig, auf den nächsten Morgen zu warten. Es ging ihr, wie ich mir dachte, nicht besser und tief in meinem Innersten habe ich nicht mehr mit einem Mucks von ihr gerechnet. Aber tapfer wie Piggy ist, hat sie die Nacht noch überstanden. Es ging ihr noch elendiger und ich bin sofort zum Tierarzt geeilt. Mit quälenden Blicken schaute sie mich an und ich habe mich gefragt, ob sie wohl schon auf dem Weg zum Tierarzt für immer einschläft. Aber wie ich ihre Tapferkeit einschätzte, wurde sie von der Tierärztin erlöst. Sie hat sie nichtmal mehr abgetastet, da sie solche Schmerzen hatte, selbst die Tierarzthelferin verließ den Raum mit Tränen. Letzendlich war es ein erleichterndes Gefühl, wie sie einschlief, es klingt abwertig, erleichternd zu sein, aber ich konnte sie nicht leiden sehen, es war schrecklich. Sie muss unausstehliche Schmerzen gehabt haben und es war letzendlich auch ein schönes Gefühl zu sehen, wie friedlich sie letzendlich da lag, schmerzfrei. Es war natürlich schrecklich, sie gehen zu lassen, ich habe alle Tage, die sie noch bei mir war sehr geschätzt.

Was ich mit der ganzen Geschichte ausdrücken möchte, wisst ihr sicher. Den allerletzten Herzenswunsch, den ihr euren Meerschweinchen im Leben erfüllen könnt ist, den Moment zu kennen, an denen es an der Zeit ist, sie gehen zu lassen. Nichts ist schlimmer, ein Tier leiden zu sehen. Ich denke jeder weiß, was das Tier in diesem Moment sagen würde, wenn es sprechen könnte. Man kann es an ihren Augen ablesen. Nichts desto trotz sollte man natürlich von möglichen medizinischen Eingriffen nicht vollkommen absehen, aber man sollte den Tatsachen ins Augen schauen und sich fragen, ob eine eventuelle Operation oder ein Eingriff wirksam wäre. In vielen Fällen hilft eine Operation. Ein Tierarzt kann meist sehr gut einschätzen, wann ein Tier erlöst werden muss oder wann es noch eine wirkliche Chance hat. Letztendlich tut ein Arzt jedoch immer alles mögliche, um das Tier zu retten. Im eigentlichen Sinne geht es hierbei nicht nur um tumorösen Erkrankungen sondern einfach darum, wann es an der Zeit ist, ein Tier zu erlösen. In der Tiermedizin ist es möglich, bei Menschen nicht. Auch wir würden uns in quälenden Momenten, an denen uns medizinisch nicht mehr zu helfen ist, wünschen, für immer einschlafen zu dürfen. Ich hoffe, ihr als Meerschweinchenliebhaber, fasst meinen Beitrag nicht falsch auf, sondern versteht, was ich hiermit ausdrücken wollte. Es fällt mir emotional nicht leicht, einen solchen Beitrag zu verfassen, aber für viele Beteiligte ist es vielleicht ein wenig hilfreich, eine Entscheidung zu fällen. Dieser Bericht ist sicherlich nicht ausschließlich auf Meerschweinchen bezogen.

Der tod ist ein Horizont,
und ein Horizont ist nichts anderes als die Grenze unseres Sehens.
W enn wir um ein Lebewesen trauern,
freuen sich andere,
es hinter der Grenze wieder zu sehen.

 


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