Ernährung
Denn Liebe geht durch den Magen..

Vorwort
Die richtige Ernährung der Meerschweinchen ist das A und O für ein langes und gesundes Leben. Damit die Tiere keine Mangelerscheinungen zeigen und aufgrund dessen schnell anfällig für Krankheiten sind, sollten sie gesund und abwechslungsreich ernährt werden.

Grundsätzliches
Zu beachten wäre, dass die Hauptmahlzeit der Meerschweinchen aus Heu und Wasser besteht. Beides sollte immer frisch vorhanden sein. Wasser kann in einem Napf oder in einer Trinkflasche angeboten werden. Trockenfutter sollte nur in geringen Mengen angeboten werden. Frischfutter sollte man als mehrere Mahlzeiten auf den Tag verteilen. Am besten Mittags und Abends, Morgens nur, wenn vorher reichlich Heu gegeben wurde. Die Meerschweinchen werden sich schnell an regelmäßige Fütterungszeiten gewöhnen und man wird mit bettelndem Quieken mit dem Wunsch nach Futter freundlich begrüßt. Ihr Darm arbeitet nach dem Prinzip: Oben rein, unten raus. Erst wenn sie etwas fressen, können sie auch etwas verdauen. Die Zähne sind auf ständigem Zahnabrieb angewiesen, etwa durch Heu oder diversen Ästen zum Knabbern.

Heu - Das tägliche Brot
Damit die Darmtätigkeit der Meerschweinchen immer aktiv bleibt und die Tiere keinen Durchfall bekommen, sollte ihnen immer frisches Heu zur Verfügung stehen. Auch die Zähne reiben sich dort auf natürliche Weise ab und man verhindert leicht, dass die Zähne zu lang wachsen und die Tiere Probleme beim Fressen bekommen. Qualitativ hochwertiges Heu riecht aromatisch und sieht grünlich und nicht grau aus. Günstiges Heu bekommt man beim Bauern in der Umgebung, im Zoofachhandeln, im Supermarkt oder bei einem der unten aufgeführten Online Shops. Die Preise varriieren hierbei jedoch sehr stark. Heu bitte in einer Heuraufe anbieten, es spricht nichts dagegen, den Meerschweinchen für einen weichen Untergrund auch einmal etwas auf den Boden zu legen, jedoch kann ich aus Erfahrung sprechen, dass dies, nachdem es plattgelegen und nass ist, nicht mehr angerührt wird. Danach bitte den Tieren und der Sauberkeit zuliebe aus dem Käfig entfernen. Für die Außenhaltung im Winter empfiehlt sich Heu sehr gut als Untergrund, da es zusätzlich wärmt.

Wasser - täglich frisch
Meerschweinchen sollte täglich frisches Wasser zu Verfügung stehen, entweder in einem Napf oder in einer Trinkflasche aufbewahrt. Der Napf sollte standfest sein und wie auch die Flasche täglich gesäubert werden. Man beobachtet, dass die Tiere eigentlich nicht besonders viel Trinken, das ist nicht weiter schlimm. Im Sommer bei starker Hitze nehmen sie normalerweise mehr Wasser zu sich. Wie auch wir Menschen nehmen Meerschweinchen Flüssigkeit nicht nur als Getränk zu sich, sondern auch über die Nahrung (Frischfutter), dies ist meist der Grund dafür, dass sie selten an den Napf oder die Flasche gehen.

Obst und Gemüse - Vitamine für ein starkes Immunsystem
Wichtig ist auch, dass der Vitaminbedarf durch gesundem Frischfutter täglich ausreichend gedeckt wird. Es gibt eine große Auswahl an Obst und Gemüse, die man den Meerschweinchen anbieten kann und darf. Meerschweinchen sind nicht dazu in der Lage, Vitamin C selbst zu bilden, sodass es ihnen mit der Nahrung zugeführt werden muss.

Eine kleine Auswahl an Gemüsesorten wäre: Salatgurke, Zucchini (wird selten gemocht), Paprika (alle Farben), Eisbergsalat, Krauser Salat, Eichblattsalat, Endiviensalat, Broccoli (nur wenig), Strauchtomaten (ohne Grün!!), Cocktailtomaten (ohne Grün!!), Radieschen (mit Grünzeug), Chiccoree, Spargel und Möhren (samt Grünzeug).

Hier eine Auswahl an Obstsorten, die angeboten werden dürfen: Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Weintrauben, Wassermelone, Honigmelone, Ananas, Bananen, Mango.

Mit jeder neuen Frischfuttersorte sollte langsam begonnen werden, damit die Tiere das entsprechende Enzym für den Nährstoff neu bilden können und die Nahrung verdaut werden kann. Zu große Mengen an Eisbergsalat, Gurke oder ähnlichen stark wasserhaltigen Nahrungsmitteln führen zu Durchfall und auch Banane sollte nur reduziert angeboten werden, da sie stopfend wirkt. Selbstverständlich darf auch Löwenzahn, Giersch, Gras und andere Futtersorten aus der freien Natur angeboten werden. Wichtig ist, dass man auch damit langsam beginnt und das Futter nicht direkt an einer Straße gepflückt werden.

Trockenfutter - Ein Energiespender für den Bedarf
Pellets oder andere Trockenfuttersorten sollten wirklich nur in Maßen angeboten werden. Sie machen sehr schnell dick und sind auf Dauer bei zu viel Gabe auch ungesund. Die Tiere verfetten dadurch schnell und dies kann im schlimmsten Fall auch zu einer Herzverfettung führen. Ein Esslöffel pro Tag und Tier darf man jedoch geben. Am besten eignen sich Pellets, da davon alles gefressen wird und in dem Mischfutter hingegen nur das herausgesucht wird, was ihnen am besten schmeckt, die Hälfte landet dann meist im Müll. Nüsse sollten sich nicht unbedingt darin befinden, da sie sehr fettreich sind. Ich empfehle Tima Mega C als Trockenfutter, bei Interesse einfach hier informieren und bestellen. Es gibt Meerschweinchenhalter, die kein Trockenfutter an ihre Tiere verfüttern, dies ist jedoch in folgenden Fällen nicht ratsam: anfällige, schwache Tiere, bei Krankheitsfällen, Tiere in Außenhaltung (vor allem im Winter) Stillzeit und/oder Tiere die sich noch im Wachstum befinden.

Leckereien - weniger ist mehr
Wenn ihr eurem Tier etwas Gutes tun möchtet, verzichtet auf den teuren und ungesunden Kram, den es in der Zoohandlung zu kaufen gibt. Spart euch lieber das Geld für solche unnötigen Dinge und investiert dies lieber in eine leckere Gurke, einen saftigen Salat oder ganz umsonst für einen Haufen frischen Löwenzahn. Wer dennoch Knabbereien anbieten möchte, kann in der Zoohandlung mal nach Haferecken, Bananen- oder Karottenchips nachfragen. Auch hier gilt jedoch: Weniger ist mehr!

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