Erfahrungsberichte und Tipps zu folgendem Thema:
Wie Böckchen friedlich miteinander leben können...


In diesem Bericht möchte ich die Vorurteile von Böckchen an die Seite schaffen und euch an Hand von Erfahrungen zeigen, dass auch für Böckchen die Möglichkeit besteht, dass sie untereinander ein friedliches Zusammenleben führen können. Viele kaufen zwei Böckchen aus der Zoohandlung, ohne dabei das Alter zu berücksichtigen und setzen die zwei anschließend zusammen in einem meist viel zu kleinem Käfig, was weder zur Friedlichkeit, noch zur Zufriedenheit beiträgt. Das aller Wichtigste bei der Zusammenführung von zwei männlichen Meerschweinchen ist das Alter. Die erste Möglichkeit wäre, man setzt ein Jungtier, d.h. ein noch nicht geschlechtsreifes Männchen zu einem bereits älterem, schon geschlechtsreifen Böckchen. Die zweite Möglichkeit wäre, man vergesellschaftet zwei noch nicht geschlechtsreife Böckchen miteinander. Das beste Alter wäre 4 Wochen, also direkt dann, wenn das Tier von der Mutter getrennt wird und "groß" genug ist, um für sich selbst zu sorgen. Der zweite wichtige Aspekt ist die Größe des Käfigs. Die Tiere müssen genug Gelegenheiten haben, um sich aus dem Weg zu gehen. Das gilt nicht nur bei der Böckchenhaltung. Unterschlüpfe, zweite Ebenen und eine große Fläche bringen die beste Möglichkeit dazu.

Erste Streitigkeiten - Was ist zu beachten?

Leben die Böckchen also nun schon einige Zeit zusammen, kann es schon (Situationsbedingt) nach einigen Tagen oder Wochen zu einigen Streitereien kommen. Die Geschlechtsreife spielt dabei eine große Rolle. Bei der Haltung von einem Jungbock und einem älteren Bock ist zu beobachten, dass der Kleine so langsam frech wird und dies der "Größere" nicht mehr dulden möchte. Die Rangordnung muss eventuell neu geklärt werden. Wichtig ist, dass in einem solchen Fall die Situation nicht unter- oder überschätzt wird. Erste Anzeichen von Meinungsverschiedenheiten sind "Zähneklappern". Beide Tiere reißen ihren Kopf andeutend in die Höhe und klappern deutlich laut mit ihren Zähnen. Oft wird auch beobachtet, dass ein Tier vom anderen verfolgt wird. Die Punkte, die ich gerade genannt habe, sind Anzeichen, die zu einer Beißerei führen können. Meist gibt dabei jedoch einer nach. Sollte solch ein Verhalten bei den Tieren sehen, muss man sie genau beobachten. Oft überschätzt man die Lage und manche Halter trennen die Böckchen direkt voneinander. Sollte es jedoch nicht zu einer Beißerei gekommen sein, ist es falsch, die zwei direkt zu trennen. Die Rangordnung wurde noch nicht geklärt. Werden die zwei anschließend wieder zusammengesetzt, muss die Rangordnung dauernd neu geklärt werden und man macht die Situation schlimmer, als sie überhaupt ist. Man sollte also wirklich erstmal die Lage beobachten und das Ganze weder über- noch unterschätzen. Kommt es jedoch tatsächlich zu einer sogar blutigen Beißerei und ein Tier wird übel zugerichtet, sollte man nicht lange zögern und die Tiere mit einem festem Handschuh (!) trennen. In einer solchen Situation wird auch eine erneute Zusammenführung keinen Zweck mehr haben.

Meinungsverschiedenheiten - Was kann ich dagegen tun?

Wenn man beobachtet, dass die Tiere sich ständig streiten und eines der beiden sogar vom Futternapf gedrängt wird, sollte man für Abwechslung und viel Ausweichungsmöglichkeiten sorgen. Beobachte ich bei einer meiner Böckchengruppen Streiterien gibt es zur Abwechslung mal eine Gurke, eine Möhre oder sonstige Leckereien. Bei mehrfachen Meinungsverschiedenheiten kann man dem entgegensehen, indem man mehrere kleine Frischfuttermahlzeiten auf den Tag verteilt. Wichtig ist auch, dass die Männchen keinerlei Kontakt zu Weibchen haben, selbst Gerüche können die Freundschaft für immer zerstören. Ich hatte früher mal eine Dreier Böckchengruppe. Ein Böckchen davon hat einen anderen dauernd ins Häuschen gejagt, ihn vom Futternapf gedrängt, sodass er anschließend so seelisch am Ende war, dass ich davon ausging, er sei krank. Als ich den Stänkerhahn anschließend von den beiden trennte, war der Kleine wie ausgewechselt und er war wieder ganz der Alte. Man sollte also die Truppe wirklich gut beobachten, oft kommt es vor, dass jemand zum regelrechten "Aussenseiter" wird.


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